Guter Anfang, schwacher Abgang

Am vergangenen Sonntag präsentierten die Berliner Damen sich erstmals vor heimischer Kulisse. Die Partien gegen die MFBC Wikinger Grimma und den SSV Heidenau zeigten Berlins starke Seite – und doch auch die größte Schwäche deutlich.

Die SG Berlin ging ohne hohe Erwartungen ins Spiel gegen die Wikingerinnen. Überrascht wurde die noch unerfahrene Mannschaft durch sich selbst: Knappe vierzehn Minuten brauchten die Gäste um ein Tor zu erzielen. Die überragend haltende Torhüterin Inge Kuld und eine disziplinierte Abwehr vereitelten jeden Ansturm aufs Berliner Tor. Mit diesem Stand von 0:1 ging man in die erste Drittelpause.

Auch im zweiten Drittel gab sich Grimma jegliche Mühe ihre Führung auszubauen. Die Berlinerinnen wurden bei Ballbesitz massiv unter Druck gesetzt. Doch der Kraftaufwand der Gegnerinnen blieb ohne Belohnung, selbst eine Überzahl wegen Bodenspiels konnte nicht effektiv genutzt werden. Den Drittelstand von 0:0 konnten die Gastgeber als ihren persönlichen Sieg gegen den Favoriten der Partie werten.

Nach der Drittelpause waren die Wikingerinnen rot vor vergeblicher Anstrengung und Ärger über ihren bisherigen Misserfolg. Entschlossen gingen sie in das letzte Drittel. Schon 34 Sekunden nach Anpfiff brachte das 0:2 durch Fanny Gatzke auf Vorlage von Anne-Marie Mietz den Durchbruch in der Pechsträhne. Das Tor durch die Berlinerin Laura Nieprasch, die nachsetzte und den Ball irgendwie ins gegnerische Tor befördern konnte, vermochte die Gäste nicht aufzuhalten. Die SG Berlin ließ deutlich in ihrer Konzentration und Kondition nach. So kam es, dass die MFBC Wikinger Grimma das letzte Drittel mit 1:4 deutlich für sich gewinnen konnten. Der 1:5 Schlussstand zeigt leider nicht, wie lange die SGB dem Titelfavoriten trotzen konnten und dass man zwei Drittel als moralischen Sieg der Berliner werten kann.

SG Berlin – MFBC Wikinger Grimma 1:4 (0:1, 0:0, 1:3)

Das zweite Spiel des Tages sollte gegen den SSV Heidenau bestritten werden, ein Gegner, dem man in der regulären Runde nur 1:2 unterlag. Daher hatte man sich gute Chancen ausgerechnet, da Heidenau zudem nur mit sieben Feldspielern angereist war.

Es stellte sich jedoch heraus, dass das Spiel gegen Grimma anscheinend so einige Kraftreserven verbraucht hatte. Die Partie war schleppend langsam, stellenweise wirkte es so, als würde nur die Heidenauerin Julia Pradel Tempo in das Spiel bringen. Sie war es auch, die in der dritten Minute den ersten Treffer für ihre Mannschaft erzielte. Franziska Kuhlmann tat es ihr fünf Minuten später nach, sodass man mit 0:2 in die Pause ging.

Zu den folgenden beiden Dritteln bleibt nur zu sagen, dass in jedem ein weiteres Tor für den SSV Heidenau fiel. Berlin misslang das Ausspielen der Angriffe auf das Heidenauer Tor. Die Bälle wurden in der Offensive schneller verloren als sie in der Defensive gewonnen wurden. Auch eine Powerline gegen Ende des Spiels konnte das Blatt nicht mehr wenden.

SG Berlin – SSV Heidenau 0:4 (0:2, 0:1, 0:1)

Abschließend lässt sich sagen, dass beide Partien überraschend und auch etwas enttäuschend endeten. Gegen den MFBC wäre ein niedrigere Niederlage der Leistung der Berlinerinnen gerechter geworden, gegen Heidenau hätte man mehr leisten und gewinnen können. Die Mannschaft hat jedoch gezeigt, dass sie sich mit ihrer Entwicklung auf dem richtigen Weg befindet und noch steigern kann.

Wir danken allen Helfern!

Der nächste Spieltag findet am 13.03. in Grimma statt. Berlin trifft voraussichtlich auf Chemnitz.