“Eine sehr interessante Saison”

Am kommenden Sonntag startet BAT Berlin in die neue Saison der 1. MaXxPrint Bundesliga. Den Auftakt bestreitet das Team von Spielertrainer Timo Krohne beim Meister in Wernigerode. Batberlin.de unterhielt sich mit Offensivroutinier Kai Inkinen über seine persönlichen Ambitionen und die Chancen der Berliner Truppe nach den Abgängen von Mussalo, Brincil & Co.

Batberlin.de: Kurz vor Beginn der neuen Saison, ein Blick zurück – wie nimmst du deine erste Saison bei BAT wahr?

Kai Inkinen: Als ich ankam, hatte ich tatsächlich keinen blassen Schimmer, was ich zu erwarten hatte. Eigentlich hatte ich mich schon entschieden, die Karriere zu beenden, konnte das aber nicht durchziehen und musste einfach wieder spielen. Ich war sehr froh, dass ich in Berlin dazustoßen konnte, außerdem ist die Bundesliga ein sehr interessanter Wettbewerb und entsprach sehr gut meinen Fähigkeiten. Es war schade, dass sich die Liga früh in zwei ungleiche Hälften teilte. Unsere eigene Saison war recht zwiespältig. Wir spielten hervorragend in der Hinrunde, mit dem Zenit beim Sieg in Weißenfels. Die Rückrunde und die Playoffs waren dann ein ziemlicher Kampf, auch weil wir nicht mehr auf einen Überraschungseffekt setzen konnten.

Es wirkte allerdings als ob du dich von Spiel zu Spiel steigern würdest und erst in den Playoffs zur Topform fändest.

Ich habe immer für die schweren Spiele gelebt. Es befriedigt mich nicht schwache Gegner abzuschießen, aber wenn die Chancen gegen uns stehen, tue ich alles, um den Sieg zu holen. Die Playoffs waren außerdem etwas besonderes, da ich in Finnland nie in einem höchsten Wettbewerb solchen Endspiele bestreiten durfte. Obwohl wir dort verloren haben, denke ich trotzdem, dass wir einen guten Job gemacht haben und mit ein bisschen mehr Erfahrung das Endpiel hätten erreichen können. Leider war ich in der letzten Saison häufig mit Kleinigkeiten verletzt, also war ich diesbezüglich nicht zufrieden und hoffe, dass die Saison um einiges besser wird.

Wie hast du dich im Team zurecht gefunden? Gab es irgendwelche besonderen Unterschiede zu deiner Zeit bei Grankulla?

Ich war wirklich glücklich in einem Team wie BAT spielen zu können. Mit meinen Kindern und dem Beruf kann ich nicht so viel Zeit außerhalb verbringen. Ich hätte vermutlich nicht spielen können, wenn die Atmosphäre im Team nicht so entspannt und der Trainer und meine Mitspieler derart flexibel gewesen wären. Versteht mich nicht falsch, wenn wir trainieren oder spielen, dann auf 100 %, aber außerhalb dessen, stressen wir uns nicht mit unnötigen Dingen.

Grankulla war Berlin in einem Aspekt sehr ähnlich. Es war auch eine Gruppe von netten Kerlen, die zusammen Floorball spielten. Die individuellen Unterschiede in Technik und Taktik unter den Spielern sind in Deutschland aber viel größer. Das führt häufig auch dazu, dass individuelle Fertigkeiten eine stärkere Rolle spielen, Mannschaften in Finnland aber bereits ab niedrigeren Ligen wesentlich reifer sind.

Das Team hat vor der am Sonntag startenden Saison einige wichtige Spieler wie Sahlström, Mussalo, Brincil oder Henriksson verloren. Denkst du, man wird das Niveau halten können?

Ja, wir haben einige gute Spieler verloren, aber ich denke, dass einige junge diese Lücken werden stopfen können. Letztes Jahr haben wir bewiesen, dass wir unter die Top 4 gehören und mit ein bisschen mehr Erfahrung, können wir das dieses Jahr wieder schaffen. Ich war immer der Meinung, Mannschaften sollten eher natürlich wachsen als sich jedes Jahr mit “Star-Spielern” zu bestücken und ich denke, BAT ist hierbei auf dem richtigen Weg. Und jetzt haben wir eine sehr interessante Saison vor uns.

Foto: Andreas Schulz

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