Sensation knapp verpasst

55 Minuten lang sah es nach einer kleinen Sensation aus: die SG Berlin führte gegen den Meister aus Weißenfels und der erste Saisonsieg war zum Greifen nahe. Der UHC konnte das Spiel jedoch in letzter Minute drehen und sich die drei Punkte sichern. Die Berlinerinnen gingen zwar erneut leer aus, beeindrucken aber mit der gezeigten Leistung nicht nur sich selbst, sondern setzen auch ein kleines Ausrufezeichen.

von Antonia Oelke

Die Rollen waren vor dem ersten Aufeinandertreffen zwischen der SG Berlin und den ‘Cats’ vom UHC Sparkasse Weißenfels am 4. Spieltag klar verteilt: Double-Gewinner und Tabellenerster mit Heimvorteil gegen das Schlusslicht aus Berlin, das die ersten beiden Spiele zumindest vom Resultat her klar verlor. Auf der einen Seite konnten die Berlinerinnen sich durch die Ex-Weißenfelserin Lisa Bartsch verstärken, hatten aber auf der anderen Seite erneut mehrere krankheitsbedingte Absagen zu kompensieren. Trotzdem hofften die Berlinerinnen, an die guten Leistungen aus dem Spiel gegen Grimma anzuknüpfen (1:3 am 3. Spieltag). Dass das Spiel allerdings so knapp werden würde, hatte man nicht zu hoffen gewagt.

Berlin überrascht

Das Spiel startete gewohnt schnell, das Bild was sich den Beteiligten und Zuschauern bot, war jedoch ungewohnt: Nach nur sechs Spielminuten ging die SG Berlin durch ein Tor von Sabrina Rode in Führung. Auch ein zweiminütiges Unterzahlspiel wurde unbeschadet überstanden und so stand es zur Drittelpause 0:1 für die SG Berlin. Kurz nach Wiederanpfiff konnte Deborah Geese nach einem Zuspiel von Elina Johansson sogar noch nachlegen und die Berlinerinnen gingen mit 2 Toren in Führung. Die Weißenfelser erhöhten dementsprechend den Druck und konnten den Anschlusstreffer durch Baumgarten erzielen. Zwar landete der Ball ein weiteres Mal im Weißenfelser Tor, der Treffer wurde aber aufgrund eines vorangegangenen Stockschlages nicht gegeben. Obwohl die Cats mehr Spielanteile besaßen, wurden auf beiden Seiten viele Chancen erarbeitet, nur etwas Zählbares sprang in dem Drittel nicht mehr heraus. Dass der Druck nun größer werden würde, war klar und gleich zu Beginn des letzten Drittels glich Weißenfels durch Liebing aus.

Nur 90 Sekunden später traf Deborah Geese, die völlig verdient Berlins Spielerin des Tages wurde, zur erneuten Führung. Die Gastgeberinnen erhöhten ein weiteres Mal den Druck, trotzalledem zeigten sich die Berlinerinnen immer wieder mit Kontern gefährlich vor dem Weißenfelser Tor, das eine oder andere Raunen ging durch das Publikum. Letztendlich waren es die Routiniers Liebing und Neumann, die verdienterweise das Ergebnis drehten und die SG Berlin mit einer knappen 3:4-Niederlage nach Hause schickten.

Verpasst die Taktik umzustellen

“Klar wäre es zu schön gewesen gerade beim Tabellenersten die ersten Punkte einzufahren. Während Weißenfels auf weniger als zwei Lines umstellte und uns kaum aus der eigenen Hälfte raus ließ, haben wir es verpasst, durch eine taktische Umstellung wenigstens die Ruhe hinten zu wahren und sicher zu wechseln”, meint Kapitänin Antonia Oelke. “Andererseits ist es ja auch eine völlig neue Erfahrung für uns, mal vorne zu liegen. Zwar war das Ende etwas schade, aber wir haben trotzdem eine klasse Leistung gezeigt.” Diese Motivation will man nun mitnehmen und beim nächsten Heimspiel am 10. November gegen die SG Chemnitz/Heidenau die ersten Punkte holen.

Ergebnis:

UHC Sparkasse Weißenfels – SG Berlin 4:3 (0:1;1:1;3:1;-:-)

Für die SG Berlin spielten: Stefanie Oestreich (T), Lisa Bartsch, Marlen Richter, Deborah Geese (2+0), Maxi Thinius, Elina Johansson (0+2), Yuen-Chee Tang, Cornelia Wehner, Katrin Franke, Andrea Nicht, Sabrina Rode (1+0), Cornelia Lange, Antonia Oelke, Lisa Franze.

Foto: Andrea Nicht (19, links) im Duell mit Laura Neumann, kurz danach fällt der Siegtreffer für Weißenfels; by Matthias Kuch (www.floorball-pics.de)

Leave a Reply