Krohne: “Wir haben einen großen Schritt gemacht”

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In wenigen Tagen startet die neue Saison und BAT Berlin hat im Sommer einen sportlichen, als gesamte Abteilung auch strukturellen Umbruch erlebt. Timo Krohne über neue Ziele und undankbare Aufgaben.

batberlin.de Bronze ist vergessen die neue Saison steht an. Was unterscheidet das Team vom Vorjahr?

Timo Krohne: Vergessen ist das hoffentlich noch nicht. Zum einen, damit wir dieses Erfolgserlebnis auch mit in die neue Saison nehmen, zum anderen aber auch, um uns anzustacheln, auch hungrig nach mehr zu sein. Das Team hat sich auf ein paar Positionen geändert. Wir hatten einige Abgänge zu verkraften, konnten aber auch sehr früh die ersten Neuzugänge begrüßen. Ich denke wir sind wieder gut aufgestellt, in der Kaderbreite unter Umständen sogar etwas stärker besetzt. Bald geht’s los und wir werden sehen, was uns zum Vorjahr unterscheidet.

Es hat sich auch einiges strukturell im Verein getan. Was genau?

Die Strukturänderungen haben sich schon im Verlauf des Jahres entwickelt. Zuvor war jedes Team autark aufgestellt. Nun sind bestimmte Spielbetriebsklassen zusammengefasst und hierarchisch voneinander abhängig. Das spart einerseits Personal, weil einzelne Positionen nicht für jedes Team einzeln besetzt sein müssen, sondern es einen Hauptverantwortlichen gibt, der die Arbeit nur in die jeweiligen Gruppen deligiert. Aber auch der Zusammenhalt unter den Teams wird gefördert. So ist zwischen den einzelnen Gruppen zwingend eine bessere Kommunikation erforderlich gewesen. Der Zusammenschluss hat sich insbesondere in Lizenz- oder Materialfragen bewährt. Es immer eine Kette von Personen, die bestimmte Prozesse begleiten oder einfach nur darüber informiert werden. Letztendlich gibt es dadurch nicht mehr so viele Einzelkämpfer, die ihre Position alleine ausfüllen und Probleme individuell lösen müssen, sondern das Know-How wird von oben nach unten weiter gereicht. Jedes Thema, ob Material, Lizenzen, Trainer oder Finanzen endet bei je einer Person, die sich in dem Bereich auskennt, einen Überblick hat, gleichzeitig aber auch die Verantwortung trägt und daher auch die Möglichkeit besitzt, Entscheidungen zu genehmigen oder abzulehnen.

Das hatte auch Auswirkungen auf den Spielbetrieb, korrekt?

Die größte Auswirkung auch nach außen hatte dies bisher auf unsere zweite Mannschaft. Wir haben uns bewusst entschieden, nicht in die 2. Bundesliga aufzusteigen, sondern ein weiteres Jahr in der Regionalliga Großfeld zu spielen. Dies hatte zur Folge, dass sich ein neuer Verein in Berlin gegründet hat und die Regionalliga Großfeld nun mit einem Team mehr besetzt ist. Unsere Zweite Mannschaft hat nach dem Abgang von Niels Hauser nun die Möglichkeit, sich im regionalen Umfeld neu aufzustellen. Ich weiß, dass es für diese Entscheidung Für- und Widerworte gab, darauf will ich aber auch nicht näher eingehen. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass wir die Chance nutzen müssen, aus einer gefestigten Basis heraus ein Team aufzubauen, welches sich sowohl sportlich, als auch organisatorisch langfristig in der 2. Bundesliga etablieren kann. Ich muss sagen, dass ich das Engagement und die Motivation unserer Spieler in diesem Team sehr positiv sehe und ich weiß, dass wir als Verein und als Bundesligamannschaft die Pflicht haben, sie dabei zu unterstützen. Und das werden wir tun.

Felix Klein hatte im floorballmagazin das Bedürfnis beschrieben, BAT müsse sich regional besser einbringen. Ist das dieses Jahr schon umsetzbar?

Grundsätzlich ist das jedes Jahr möglich und tatsächlich gibt es viel zu tun. Wir haben einige engagierte Leute, über diverse Vereine verstreut. Doch es dauert immer noch, bis das vereinsinterne Denken aufgebrochen wird. Es gibt eine Handvoll Vereine, die sich an den verschiedenen Events beteiligen, längst aber nicht alle. Wenn es um die Ausrichtung eines Events geht, sind am Ende oft die gleichen Namen im Spiel. Dieses Fähnchen müssen wir uns bei BAT aber auch selbst anstecken. Die Umstrukturierung unseres Vereins hat als Ziel, die engagierten Floorballer auch sinnvoll einzuteilen und nicht zu verheizen. Wir haben einen großen ersten Schritt gemacht, auch was unsere Zusammenarbeit mit Sponsoren angeht. Unser Verband gibt mehr als genug Möglichkeiten, sich öffentlich als Sportart zu präsentieren. Durch die sportliche Steigerung der letzten Jahre gibt es auch mehr potentielle Interessenten. Dazu gibt es noch andere Ideen, die wir verfolgen. Nun gilt es, das Puzzle nach und nach zusammenzusetzen. Aber ja, hier ist viel Luft nach oben vorhanden.

Die Saison beginnt dieses Wochenende in Halle. Pflichtsieg?

Die Saalebiber kennen wir aus dem letztjährigen Pokal. Dort haben wir uns nicht mit Ruhm bekleckert. Dazu kommt der altbekannte Sand im Getriebe zu Saisonbeginn. Wir haben uns hier in allererster Linie auf uns und unsere Leistung zu konzentrieren. Wenn wir die bringen, können wir auch gewinnen. Aber Halle hat sich den Platz im Oberhaus verdient und man sollte sie nicht unterschätzen. Daher nein, kein Pflichtsieg, sondern eine undankbare Aufgabe zum Saisonbeginn.

Foto: Stefan Janz

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