Dritte Niederlage am Stück: BAT verliert Anschluss zu Rang zwei

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Nach dem tollen Saisonstart mit drei Siegen musste BAT gegen den TV Lilienthal nun die dritte Pleite in Folge hinnehmen und hat den Anschluss an Rang zwei verloren. Die 5:7-Pleite gegen die Niedersachsen offenbarte ein altes Berliner Problem: die fehlende Effektivität vor dem gegnerischen Tor.

Die Ausgangssituation vor dem Spiel war klar: Mit einem Sieg gegen den Zweiten Lilienthal würde BAT punktemäßig zu den Niedersachsen aufschließen und wieder voll im Kampf um Rang zwei, der zur direkten Halbfinalqualifikation führt, mitmischen. Ein klassisches Sechs-Punkte-Spiel stand damit an.

BAT startete entsprechend schwungvoll, nutzte die ersten Chancen aber nicht. Anders Lilienthal: Mit dem ersten Angriff erzielten die Gäste aus dem Nichts die Führung. Die Niedersachsen nahmen nun das Spieldiktat an sich und erhöhten im Powerplay auf 2:0. Diese beiden Tore waren ein Lehrstück an Effektivität – denn abgesehen von einem Lattenschuss waren es die einzigen beiden Schüsse, die im 1. Drittel auf das BAT-Gehäuse kamen. Nach dem 0:2 fing sich BAT. Im ersten Powerplay nahm Brincil den Ball an der Mittellinie, wurde von den Gegenspielern nur eskortiert statt angegriffen und schloss seinen Sololauf zum 1:2-Anschlusstreffer ab.

Das 2. Drittel setzte nahtlos dort an, wo das erste aufgehört hatte. Lilienthaler Effektivität auf der einen Seite – die ersten zwei Schüsse gleich zwei Treffer – Berliner Pech vor dem Tor auf der anderen Seite – entweder stoppte ein Verteidiger den Abschuss oder TVL-Goalie Hallerstede war Endstation. Der Anschlusstreffer durch Riis, der einen Ball im Slot reinwühlte, war deshalb hoch verdient, angesichts der Chancen- und Spielanteile aber viel zu wenig. So ging es mit einem 2:4 in die zweite Pause.

Im dritten Drittel drückte Berlin zunächst auf den Anschluss, traf aber nicht. Anders – das musste an diesem Tag wohl so ein – die Gäste: Zwei Konter, zwei Schüsse, zwei Tore. So stand es nach 50 Minuten 2:6 aus Berliner Sicht. Schon acht Minuten vor Ende nahm BAT-Trainer Krohne deshalb seinen Goalie erstmals für einen sechsten Feldspieler herunter. Das trug Früchte: Savolainen reagierte im Lilienthaler Slot am schnellsten und verkürzte zum 3:6. Danach der dritte Lilienthaler Schuss im dritten Drittel: das 3:7. Allerdings auf das leere Berliner Tor diesmal auch eine leichte Übung. BAT steckte nicht auf und kam durch Saariokari und Riis noch zu zwei weiteren Treffern. Somit stand am Ende eine bittere 5:7-Pleite.

Die Niederlage gegen Lilienthal tut aus mehreren Gründen weh. Der Rückstand auf Kaufering und den TVL beträgt nun sechs Punkte. Damit wird es ganz schwer für BAT, bis Saisonende noch Rang zwei zu erobern. Vielmehr muss der Blick zunächst nach hinten gehen: Die Playdown-Plätze sind inzwischen bedrohlich nahe gekommen. Die Niederlage gegen Lilienthal erinnerte zudem frappierend an die Pleite vor einer Woche in Wernigerode. Berlin zeigte sich offensiv zu uneffektiv und defensiv in entscheidenden Situationen zu unkonzentriert und fokussiert. Die Ergebniskosmetik am Ende konnte erneut nicht über die verdiente Pleite hinwegtäuschen. Immerhin hat das Team nun drei Wochen Zeit, um wieder gemeinsam in die Erfolgsspur zu finden. Dann wartet Aufsteiger SC DHfK Leipzig auf die Berliner.

> BAT Berlin – TV Lilienthal 5:7 (1:2, 1:2, 3:3)

Text: Tom Nebe, Foto: Gino Günzburger

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