Sensationelles Comeback bleibt unbelohnt

Im Endspiel des Final4 in Dessau, vor über 1.000 Zuschauern, hat Berlin Favorit Weißenfels am Rand einer Niederlage. Ein unglückliches Eigentor in Overtime lässt die Titelträume aber platzen.

Trotz eines sensationellen Comebacks nach 0:4-Rückstand verpasst BAT Berlin im Pokalfinale gegen Rekordsieger und Favorit UHC Weißenfels die Sensation und verliert in der Overtime. Kapitän Fabio Witte und Goalie Tom Nebe fälschten in Unterzahl eine scharfe Hereingabe 29 Sekunden nach Beginn der Verlängerung unglücklich ins eigene Tor ab. Damit verpassten die Berliner bei ihrer zweiten Finalteilnahme nach 2009 den ersehnten Titelgewinn, während Weißenfels seinen achten Erfolg im Pokal feiern durfte.

Am Samstagabend hatte BAT das Halbfinale gegen Zweitligist DJK Holzbüttgen mit 8:3 gewonnen und damit das Endspiel am Sonntagnachmittag klar gemacht. Dort erwischte der Außenseiter einen schlechten Start: Nach Toren von Matthias Siede (2.), Pascal Schlevoigt (9.), Philip Weigelt (17.) und Anssi Soini (19.) schien das Finale vor mehr als 1.000 Zuschauern in der Anhalt-Arena schon nach dem ersten Drittel gelaufen zu sein.

Mit einer defensiven Umstellung stabilisierte Coach Jan Kratochvil sein Team im zweiten Drittel. Der Weißenfelser Aufbau wurde aggressiver gestört, die vorrückenden Offensiven besser gedeckt. Nach 23 Minuten brachte Lukas Brockmann Berlin auf die Anzeigetafel. Danach überstand BAT eine Unterzahl ohne Gegentor. Marek Brincil legte kurz darauf das 2:4 nach (31.). Die Hauptstädter waren inzwischen das klar bessere Team und kamen zum Anschluss durch Tim Lemke im Powerplay (38.).

Im Schlussdrittel belohnte sich zunächst Frederik Azelius für seine starke Vorstellung und vollendete die Aufholjagd im Alleingang zum 4:4 (47.). Weißenfels ging noch einmal durch Soini in Führung (52.), Lemke staubte aber – erneut in Überzahl – in der 58. Minute zum 5:5 ab. Danach bekam BAT binnen anderthalb Minuten zwei diskutable Zeitstrafen gegen sich ausgesprochen. Die kurzzeitige 3-gegen-5-Unterzahl überstanden die Hauptstädter noch unbeschadet. Doch kurz nach Anpfiff der Verlängerung folgte das unglückliche Eigentor, das die Titelträume von BAT platzen ließ.

„Natürlich ist das unfassbar bitter“, sagt Spielertrainer Kratochvil. „Auch dank den vielen Fans haben wir einen herausragenden Kraftakt abgeliefert… und dann verlieren wir auf diese Weise“. Er glaube aber nicht, dass seine Mannschaft von der unglücklichen Niederlage eine Narbe für den Rest der Saison davonträgt. Das Spiel sei trotz des Ausgangs ein weiterer Schritt nach vorn gewesen. Die Mannschaft wisse jetzt, dass sie auch Weißenfels schlagen könne. „Dann kicken wir sie halt aus den Playoffs raus“, so Kratochvil.

Jetzt richtet BAT den Fokus wieder auf die Bundesliga, in der noch zwei Spieltage anstehen, ehe die Playoffs starten. Nächstes Wochenende gastiert BAT beim ETV Hamburg, eine Woche später reist Kaufering in die Hauptstadt.

Final4, Halbfinale: BAT Berlin – DJK Holzbüttgen 8:3 (2:1, 4:0,2:2) > Video
Final4, Finale: BAT Berlin – UHC Sparkasse Weißenfels 5:6 n.V. (0:4, 3:0, 2:1, 0:1) > Video

BAT Berlin bedankt sich herzlich beim Ausrichter PSV 90 Dessau und beim Veranstalter Floorball Deutschland für ein tolles Event. Vielen Dank auch an alle angereisten Fans!

Foto: Amira Schoemann