Spielabbruch wegen kaputter Halle

Eigentlich sollte es das vorläufige Highlight dieses Floorball-Jahres werden. BAT trat gegen Lilienthal im Pokal-Viertelfinale um den Einzug ins Final4 an. Die Berliner Administrative machte dem Bundesligisten aber einen Strich durch die Rechnung.

Am Ende machten sie das Beste draus. Die Bundesliga-Herren von BAT luden alle angereisten Fans dazu ein, aufs Feld zu kommen, um beim gemeinsamen Daddelspiel doch noch etwas Spaß zu haben. Der Frust aber saß tief.

Eigentlich wollte Berlin Heimrecht und Formhoch nutzen und dem Favoriten aus Lilienthal ein Bein stellen. Aber schon während des Warmups gab es erste Probleme, das Deckenlicht flackerte, setzte ab und zu aus. Zum Spielbeginn schien alles stabil. Die Mannschaften einigten sich darauf, alle 10 Minuten die Seiten zu wechseln. Berlin ging mit 1:0 in Führung, Lilienthal drückte. Dann… Dunkelheit.

Das Licht auf einem Viertel des Spielfeldes setzte komplett aus. Vertreter des Vereins versuchten ihr Bestes, stellten sogar ein mobiles Flutlicht auf. Aber vergebens. Natürlich waren keine entsprechenden Stellen erreichbar, weder Hausmeister noch Verwaltung oder andere. Den Schiedsrichtern blieb nichts anderes übrig als das Spiel abzubrechen.

Wahrscheinlich musste es irgendwann so kommen. Aufgrund der katastrophalen Hallensituation in Berlin musste der Bundesligist wieder einmal die Halle wechseln. Das eigene Bezirksamt hatte trotz Pokalspiel keine Halle gestellt, die Daueralternative Max-Schmeling-Halle stand auch nicht zur Verfügung. Deshalb landete BAT an der Kreuzberger Peripherie, in der Sporthalle Walter-Gropius-Schule an der Grenze zu Rudow. Erstmal wurde geputzt und aufgeräumt. Sogar eine mobile Spielanzeige wurde angemietet, da eine reguläre nicht vorhanden war. Am Ende für nichts.

„Sprachlos sind wir nicht“, erklärt Jan Kratochvil, Spielertrainer und Leiter der Bundesliga-Mannschaft, „nur unfassbar wütend und enttäuscht“. Die grundsätzliche Hallensituation in der Stadt sei das eine. Dass im Jahr 2019 lieber Schlösser und andere Überflüssigkeiten finanziert werden als Sportareale sei sowieso eine Frechheit. Das Problem läge in diesem Fall aber in der Arbeit der Ämter.

„Seit Jahren werden wir in unserem Bezirk Tempelhof-Schöneberg systematisch benachteiligt“, erklärt Kratochvil. „Ein Bundesligist mit 300 Mitglieder bekommt weder ansatzweise dieselben Trainingszeiten wie andere Klubs noch eine Spielhalle im eigenen Kiez. Und wenn man sich woanders irgendwie doch eine Notlösung erkämpft, dann funktioniert das Licht nicht. Es gibt Schlimmeres im Leben, aber das ist nicht akzeptabel.“

Im Übrigen hatte der Vertreter eines ansässigen Vereins verraten, dass das technische Problem in der Sporthalle der Walter-Gropius-Schule bereits seit einem Jahr bestand. Trotzdem hatte sich niemand gekümmert, das Amt vergab die Halle weiter und bei der Übergabe wurde nichts erwähnt.

BAT wird diese Situation Geld und Chancen kosten. Gestraft sind die Ehrenamtlichen und Sportlerinnen und Sportler. „Irgendwie sind wir es gewohnt, dass wir unserem Bezirk völlig egal sind. Wahrscheinlich wäre es ihnen auch recht, wenn wir es sein ließen und sie sich mit uns Floorballern überhaupt nicht mehr herumschlagen müssten. Aber so leicht geben wir nicht auf“, schließt Kratochvil ab.