Über Floorball

Floorball gilt als die schnellste Teamsportart der Welt. Geboren in den USA, entwickelt in Schweden, entwickelt sich dieser junge spezielle Hockey-Variante extrem schnell auch in Deutschland, ganz besonders in Berlin und Brandenburg.

Das Floorball Final4 ist da!

Endlich. Am kommenden Wochenende findet in der Max-Schmeling-Halle das Floorball Final4 statt. Zum ersten Mal zieht unsere Sportart in eine deutsche Arena ein. Wieso das Event für Floorball-Deutschland so wichtig ist und warum die Rockets alle überraschen könnten.

Alles hatte so schön angefangen. 2018 durfte Berlin das Final4 zum ersten Mal ausrichten. Noch in der zwar charmanten aber vom Raum her doch beschränkten Sömmeringhalle in Charlottenburg stellte man mit über 1.800 BesucherInnen einen deutschen Rekord auf. Die gelungene Umsetzung und die neuen Kontakte zum Senat der Stadt ließen die Frage aufkommen, ob das Final4 denn nicht langfristig in der Hauptstadt bleiben könnte – vielleicht sogar ausgetragen in einer der großen Arenen. Einige Monate und viele Planmeetings und Antragsstellungen später stand fest, das Final4 zieht 2020 in die Max-Schmeling-Halle ein. Die Szene war begeistert, alles lief nach Plan. Dann kam Corona. Und mit der Pandemie das lange Warten.

Zwei Jahr später

Drei Absagen musste die Organisation verkraften, die erste sogar eine Woche vor Eventstart. Zweimal wechselte die Eventleitung. Am kommenden Wochenende, mit 24-monatiger Verspätung, darf das Fest der Feste aber endlich steigen. Das Warten hat ein Ende.

„Wir werden eine fantastische Stimmung vor Ort haben, mit Floorball-Begeisterten aus der ganzen Nation,“ verspricht Niklas Wangnet, der die neue vierköpfige Eventleitung anführt. Neben den Pokal-Halbfinals erwartet die BesucherInnen auch ein breites Nebenprogramm. Zu einer corona-bedingt reduzierten Floorball-Village kommen spannende Side Events hinzu – etwa der Trainer-Workshop „Floorball Connected“ mit dem schwedischen Nationaltrainer und Weltmeister Niklas Nordén oder der Talentepokal für Nachwuchsteams am Sonntag

Sportlich wird die Hauptstadt von den Berlin Rockets vertreten. Der Traditionsklub hat nach Auswärtssiegen gegen Wernigerode und Schriesheim einen mehr als soliden Lauf und belegt in der Bundesligatabelle Platz sechs. Im Halbfinale treffen die Rockets um 20 Uhr auf Holzbüttgen. Fans können noch immer Tickets erwerben – bei Angabe des Codes „4Rockets“ werden dabei automatisch Plätze im Berliner Block D angeboten. Das zweite Halbfinale bestreiten Hamburg und Weißenfels. Davor schon treten die Damen-Teams an – Hamburg trifft auf Leipzig/Grimma, Bonn auf Weißenfels.

2018 unterlag Berlin im Halbfinale des Final4 Wernigerode mit 2:3 nach Verlängerung.

„Im Stande jedes Team zu schlagen“

„Solche Events sind das Salz für jeden Sport“, meint Pasi Rösti, Berlins Head-Coach. Seine Vorfreude ist spürbar. „Sie sind der Grund, warum sich alle Sportlerinnen und Sportler all diese Mühen antun.“ Berlins Chancen sieht der Finne positiv, obwohl die Rockets in der Liga gegen Holzbüttgen noch verloren hatten. „Beide Mannschaften haben sich entwickelt und sind jetzt deutlich besser. Heute sind wir im Stande jedes Team in der Liga zu schlagen.“

Berlins Kapitän Frederik Bonk sieht das nicht viel anders. „Grundsätzlich gehen wir sicherlich als Außenseiter in das Final4. Aber gerade diese Rolle nehmen wir als Team gerne an.“ Ohne viel Druck könne man befreiter aufspielen und das Final4 auch ein Stück weit genießen. „Im Endeffekt stehen wir aber im Pokal-Halbfinale und wollen das natürlich auch gewinnen. Wenn es uns gelingt neben dem notwendigen Fokus auch den Spaß und die Lockerheit der letzten Spiele mit in das Wochenende zu nehmen, steht einer Überraschung aus meiner Sicht nichts im Weg.“

Seit der Gründung des Final4 hatte es Berlin dreimal zum Endturnier geschafft, zweimal davon landete man im Finale, scheiterte aber beide Male am UHC Weißenfels – zuletzt 2017 mit 5:6 nach Verlängerung. „Diese Niederlage werden wir nicht mehr los, das war richtig bitter“, erinnert sich Jan Kratochvil, der die Rockets (damals noch BAT) als Spielertrainer betreute. „Der Kader ist dieses Jahr aber stärker. Wir müssen es nur richtig ausspielen.“ Der knapp 38-jährige Veteran und sein Altersgenosse Christian Keil sind die einzigen, die bei allen drei Teilnahmen dabei gewesen waren. Sollten sie bis Samstag ihre gesundheitlichen Lappalien auskuriert haben, steht das Final4 Nummer vier an.

Im Schatten der Ereignisse

Leider ist es aber unvermeidbar und richtig, dass das Event aufgrund der Ereignisse in der Ukraine in einem getrübten Licht daherkommt. Die Berlin Rockets haben deswegen ein Statement veröffentlicht, das sich genau mit diesem moralischen Dilemma auseinandersetzt. Der Verein wolle nicht nur die Aufgabe wahrnehmen, den eigenen Mitgliedern ein Gegengewicht zu den belastenden Nachrichten des Alltags zu bieten. Man möchte außerdem die eigene Reichweite nutzen und die UNO Flüchtlingshilfe unterstützen. Weitere Informationen werde es am Stand der Berlin Rockets geben sowie direkt unter uno-fluechtlingshilfe.de/spenden-ukraine.

Übrigens wird jener Stand auch alles weitere anbieten, was BesucherInnen und Fans erwarten dürften – darunter auch eine neue Kollektion an Merchandising-Artikeln, etwa Schals, Hoodies, neue Shirts und vieles mehr. Tatsächlich scheint einer erfolgreichen Austragung diesmal nichts mehr im Weg zu stehen. Die größte Bühne, die das deutsche Floorball je zu sehen bekam, steht bereit.

Weitere Informationen unter floorballfinal4.de.

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